Installation, Performance und Video „Im Hinterstübchen“
Im Rahmen der Stipendiatenausstellung „Wahlverwandtschaften“ im Kunstmuseum Dieselkraftwerk Cottbus, 2011
Im Hinterstübchen
Im Hinterstübchen
Zwei Frauen. Eine in den Siebzigern, schreibend, denunzierend. Die andere eintauchend in die Geschichte der Informellen Mitarbeiterin 30 Jahre später. Die erste, angetan mit der Kittelschürze, stellt sich wieder und wieder die Frage, ob ihre Mitteilungen Verrat sind oder doch nur Hilfeleistung auf dem Weg zu einer gemeinsamen, guten Gesellschaft. Die Zweite versucht nachzuvollziehen, wie der Verrat zustande kam, was die Erste antrieb und ob sie selbst Gefahr gelaufen wäre, genauso verstrickt zu werden. Mit dem Film von 12,5 Minuten geht es ans Eingemachte. Wieviele Familien und Freundeskreise haben nach dem Fall der Mauer gelitten unter den Offenbarungen, die die geöffneten Stasiakten zu Tage treten ließen? Wer die Zeit mitbringt, sollte die Fragen verfolgen. Film und Installation waren das Heilsamste, was die Künstlerin leisten konnte, um mit dem Verrat im Freundeskreis der Familie zurecht zu kommen.